Auf den Spuren von Dietrich Bonhoeffer: Flossenbürg, Breslau, Stettin und Berlin

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Auf den Spuren von Dietrich Bonhoeffer: Flossenbürg, Breslau, Stettin und Berlin

Reise Nr. 54

Leitung: Dr. Albert de Lange

Abreise: Samstag, 28. September 2019
Rückreise: Samstag, 5. Oktober 2019 (8 Reisetage)
Abfahrt: 8.00 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof (Rückkehr zwischen 18.30 und 20.00 Uhr)
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr "Parken und Mitnehmen" an der Autobahnausfahrt Heilbronn-Untergruppenbach (Rückkehr zwischen 18.00 und 19.30 Uhr)

Unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten.
Über etwaige Änderungen werden Sie ggf. rechtzeitig vor Abreise informiert.

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Dietrich Bonhoeffer gehört zu den einflussreichsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Nur wenige wissen, dass seine Vorfahren seit dem 16. Jahrhundert in Schwäbisch Hall lebten und sein Vater, wie auch er selbst, in Tübingen studierten. Bonhoeffer wurde 1906 in Breslau geboren (damals Hauptstadt des zum Deutschen Reich gehörenden Schlesiens), wo sein Vater Professor der Psychiatrie und Neurologie war. Er studierte evangelische Theologie und wurde 1929 im Alter von 24 Jahren habilitiert und Privatdozent in Berlin. 1931 wurde er in Berlin zum Pfarrer ordiniert.

Bonhoeffer nahm bereits 1933 öffentlich Stellung gegen die nationalsozialistische Judenverfolgung und engagierte sich im Kirchenkampf gegen die "Deutschen Christen", eine rassistische und antisemitische Strömung in der protestantischen Kirche. Seit 1935 leitete er das Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde bei Stettin. 1938 schloss sich Bonhoeffer dem Widerstand gegen Hitler um Canaris an, erhielt 1940 Redeverbot und 1941 Schreibverbot. Im April 1943 wurde er in Berlin verhaftet und am 9. April 1945 auf Befehl Hitlers in Flossenbürg hingerichtet, weil er mit Stauffenbergs Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurde.

Bonhoeffers Theologie fand nach 1945 viel Widerhall. Das war nicht nur seiner Rolle in der Bekennenden Kirche und seinem Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu verdanken, sondern viele Christen empfanden seine Theologie als "modern", als glaubwürdig und hilfreich in einer Zeit, wo die Gesellschaft sich von der traditionellen Kirchlichkeit befreite und "religionslos" zu werden schien. Außerdem war Bonhoeffer der erste große ökumenische Theologe des 20. Jahrhunderts. Er setzte sich nicht nur mit seiner eigenen lutherischen Tradition auseinander, sondern auch mit reformierten, anglikanischen und römisch-katholischen Theologen.

Unsere Reise führt zu Lebensstationen Bonhoeffers in Polen und Deutschland. Wir starten in Flossenbürg in der Oberpfalz, wo Bonhoeffer 1945 von der SS ermordet wird. Von dort aus fahren wir nach Breslau, wo er geboren wurde, und besuchen anschließend Finkenwalde bei Stettin, wo einst das Predigerseminar der Bekennenden Kirche stand. Zum Schluss befassen wir uns in Berlin mit Bonhoeffers Kindheit, Studium, Dozententätigkeit und Haft.

Programm:

1. Tag: Im Gedenken an einen mutigen Mann: Stuttgart - Flossenbürg (Gedenkstätte des Konzentrationslagers, wo Dietrich Bonhoeffer am 9. April 1945 hingerichtet wurde) - Übernachtung in Plauen.

2. Tag: Über eine schlesische Friedenskirche nach Breslau: Jauer (Jawor, eine der berühmten evangelischen "Friedenskirchen" in Schlesien, 2001 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen; wunderbarer barocker Innenraum mit vier bemalten Emporen übereinander) - 2 Übernachtungen in Breslau.

3. Tag: Bonhoeffers Geburtsstadt: Am 4. Februar 1906 wurde Dietrich Bonhoeffer in Breslau geboren. Er verbrachte hier seine Jugend, bis sein Vater 1912 nach Berlin berufen wurde. Auf den Spuren Bonhoeffers besuchen wir sein Geburtshaus (Außenbesichtigung) und den Gemeindesaal der Hofkirche. Wenn zeitlich möglich, wird Janusz Witt, Vorsitzender der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft in Polen, uns führen. Nachmittags besuchen wir die Dominsel mit der eindrucksvollen Johanniskathedrale, die ehemalige lutherische Stadtkirche Sankt Elisabeth (mit Denkmal für Dietrich Bonhoeffer) und die Aula Leopoldina in der Universität, einen der schönsten Hörsäle Polens. Eine Bootsfahrt auf der Oder beschließt den Tag.

4. Tag: Über Moltkes Hofgut in Kreisau gen Norden: Auf dem ehemaligen Gutshof der Familie von Moltke traf sich der "Kreisauer Kreis", eine Widerstandsgruppe, die sich mit der Frage nach der politisch-gesellschaftlichen Neuordnung Deutschlands nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes befasste. Bonhoeffer lernte den Begründer des Kreises, Helmuth James von Moltke, persönlich kennen. Die wichtigsten Vertreter des Kreises wurden 1944/45 hingerichtet. Heute beherbergen die Gutsgebäude ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum mit Gedenkausstellungen und Tagungsräumen (Mittagessen) - 2 Übernachtungen in Stettin.

5. Tag: Das Predigerseminar in Finkenwalde und die alte Hansestadt Stargard: Wir besuchen in Finkenwalde das Grundstück, auf dem sich einstmals das Predigerseminar befand, dem Bonhoeffer vorstand. Danach erwartet uns Stargard, eine der schönsten Städte Pommerns, die im Zweiten Weltkrieg schwere Zerstörungen erlitt, aber wieder in altem Stil aufgebaut wurde (Rundgang durch die alte Hansestadt entlang der mittelalterlichen Stadtbefestigung; Pfarrkirche St. Marien, eine der schönsten Kirchen der Backsteingotik in Pommern).

6. Tag: Von Stettin nach Berlin: Der Vormittag gilt der Altstadt Stettins, bis 1637 Residenz der Herzöge von Pommern (Rundgang u.a. mit dem rekonstruierten herzoglichen Renaissance-Schloss und dem Dom St. Jakob) - 2 Übernachtungen in Berlin.

7. Tag: Berlin auf den Spuren Bonhoeffers: Wir besuchen u.a. die Zionskirche (mit Bonhoeffer-Denkmal), wo Bonhoeffer 1931/32 Konfirmanden unterrichtete; das Bonhoeffer-Haus an der Marienburger Allee, wo seine Eltern ab 1935 lebten (heute eine ökumenische Erinnerungs- und Begegnungsstätte), das Militärgefängnis Tegel, wo Bonhoeffer 1943/44 anderthalb Jahre einsaß; die Gedenkstätte "Topographie des Terrors" mit den Gefängniszellen der Gestapo, in die Bonhoeffer 1943/44 für einige Monate verlegt wurde.

8. Tag: Nach Hause: Rückreise nach Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1560,- pro Person im Doppelzimmer
€ 1740,- pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Preis enthalten.

Reisepapiere für deutsche Staatsangehörige:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe unsere Allgemeinen Hinweise.

Beachten Sie bitte auch unsere Reisebedingungen.