Backsteingotik und Weserrenaissance: Hansestädte in den Ostniederlanden und in Westfalen

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Backsteingotik und Weserrenaissance: Hansestädte in den Ostniederlanden und in Westfalen

Reise Nr. 34

Leitung: Dr. Albert de Lange

Abreise: Sonntag, 7. Juli 2019
Rückreise: Samstag, 13. Juli 2019 (7 Reisetage)
Abfahrt: 7.30 Uhr Stuttgart-Weilimdorf, S-Bahnhof (Rückkehr zwischen 18.30 und 20.00 Uhr)
Ihre Abholzeit mit dem Taxiservice (s. Seite 156) entnehmen Sie bitte den Reiseunterlagen.
Zustieg: 8.30 Uhr Karlsruhe, Busbahnhof hinter dem Hauptbahnhof (Rückkehr zwischen 17.30 und 19.00 Uhr)

Unverbindliche Zeitangaben, Änderungen vorbehalten.
Über etwaige Änderungen werden Sie ggf. rechtzeitig vor Abreise informiert.

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Die "Hanse" (althochdeutsch für "Gruppe") entstand um 1150. Anfangs handelte es sich um Kaufleute aus niederdeutschen Städten, die sich zusammentaten, um ihre Schiffe zu schützen und ihre wirtschaftlichen Interessen im Ausland zu vertreten. Sie gründeten Kontore in Brügge, London, Bergen und Nowgorod. Im Lauf des 14. Jahrhunderts entwickelte sich diese "Kaufmannhanse" allmählich zu einer "Städtehanse", die auch politisch und militärisch aktiv wurde und sich sogar mit Königen und anderen Fürsten anlegte. Entscheidungen wurden auf den sogenannten Hansetagen getroffen, oft in Lübeck, das als eine Art Hauptstadt der Hanse galt.

Schwerpunkt der Hanse waren die niederdeutschen Seehäfen an Nord- und Ostsee (Hamburg, Bremen, Lübeck, Wismar, Stralsund und Rostock). Ein zweiter, Vielen weniger bekannter Schwerpunkt lag am Niederrhein. "Dort kam den Kaufleuten der Stadt Köln eine ähnliche Rolle zu wie den Lübeckern im Osten, sodass man den hansischen Raum auch als eine Ellipse mit den beiden Brennpunkten Lübeck und Köln definieren kann. Köln steht dabei stellvertretend für den niederrheinischen Wirtschaftsraum, mit dem die heute niederländischen IJssel- und Zuiderseestädte eng verflochten waren. Zwischen diesem Raum und dem östlichen Sachsen mit seiner Verbindung zum Ostseeraum lag als Drehscheibe und Brücke Westfalen. Die Kaufleute dieser Region spielten im Handel nach Ost und West bis zum 15. Jahrhundert eine herausragende Rolle" (nach Gisela Graichen, Die deutsche Hanse, S. 38).

Unsere Reise konzentriert sich auf die Hansestädte in den östlichen Niederlanden und Westfalen mit ihren vielen kulturellen und religionsgeschichtlichen Spuren der mittelalterlichen Hanse. Als deren hervorragendes Merkmal gilt die Backsteingotik, die nicht nur an Ost- und Nordsee zu finden ist. Auch in den IJsselstädten wie Zutphen, Deventer, Zwolle und Elburg am Zuidersee wurden im 14./15. Jahrhundert sehr schöne gotische Kirchen in Backstein gebaut. Sie zeigen das Selbstbewusstsein der Händler, die oft zugleich auch Ratsherr oder Bürgermeister waren. Auch wunderschöne gotische Rathäuser, Waagen, Klöster und Privathäuser gibt es hier noch zu bewundern. Die Hansestädte in Ostwestfalen hingegen entwickelten im 16. Jahrhundert eine ganze eigene Architektur, die sogenannte Weserrenaissance.

Großen Wert legten die Händler auf die (praktisch orientierte) Ausbildung ihrer Kinder. So wurden die in vielen Hansestädten im Lauf des Mittelalters errichteten guten Schulen später zur Grundlage für die Verbreitung des Humanismus und der Reformation. Im 15. Jahrhundert wurden viele dieser Schulen von den Brüdern des Gemeinsamen Lebens betrieben. Die Laienbewegung mit ihrer praktisch orientierten Frömmigkeit (Devotio moderna) entstand Ende des 14. Jahrhunderts in Deventer und verbreitete sich insbesondere in den Hansestädten Westfalens.

Unsere Reise gilt den schönsten Hansestädten der Ostniederlande und einigen der interessantesten in Westfalen.

Programm:

1. Tag: An der IJssel: Stuttgart - Karlsruhe - Zutphen (nach Deventer die schönste Hansestadt an der IJssel; besonders eindrucksvoll die St. Walburgkirche im Stil der Backsteingotik; im 16. Jh. wurde eine "Librije" angebaut, eine einzigartige öffentliche Bücherei, die noch fast vollständig im Originalzustand bewahrt ist) - 2 Übernachtungen in Zutphen.

2. Tag: Die eindrucksvollste Hansestadt der Niederlande: In Deventer gründete Geert Groote die Bruder- und Schwesternschaft des Gemeinsamen Lebens. Er war, wie Thomas von Kempen und Erasmus von Rotterdam, Schüler der örtlichen Lateinschule. Auf einer Stadtwanderung erkunden wir die wichtigsten Spuren der Brüder und Schwestern und der Hanse (u.a. ehemalige St. Nikolaus-Kirche, Waage). Elburg, eine kleine Hansestadt an der ehemaligen Zuidersee, wurde - vermutlich nach einer Flutkatastrophe - im 14. Jh. als viereckige Festungsstadt mit Vierteln im Schachbrettmuster völlig neu erbaut. Viele wichtige Gebäude wie die Nikolaus-Kirche stammen aus dieser Zeit (Rundgang mit Historischem Museum im Agnietenkloster). Durch die Flevopolder, also auf dem Boden des ehemaligen Zuidersees, über Harderwijk und quer durch die Veluwe nach Zutphen.

3. Tag: Über Zwolle nach Westfalen: Klosterkirche Windesheim (einziges Überbleibsel des 1387 errichteten Mutterklosters der einst so wichtigen Reformkongregation) - Zwolle (eine der wichtigsten Hansestädte an der IJssel mit einer berühmten Schule der Brüder des Gemeinsamen Lebens, in einem Kloster außerhalb der Stadt lebte Thomas von Kempen, der wichtigste Theologe der Devotio moderna; Stadtrundgang samt kleinem Konzert auf der berühmten Arp-Schnitger-Orgel der Sint Michaelskirche) - am Fluss Vecht entlang zum Kloster Frenswegen bei Nordhorn (erstes deutsches Kloster, das sich der Windesheimer Kongregation anschloss). Übernachtung im Tagungshaus der Stiftung Kloster Frenswegen.

4. Tag: Der Westfälische Friede und das Ende der Hanse: Osnabrück und Minden waren wichtige Hansestädte. Wie in vielen anderen Städten gab es auch hier im Mittelalter Konflikte zwischen den Kaufleuten und den Bischöfen. Rundgang in Osnabrück (im "Friedenssaal" im Rathaus wurde 1648 das Ende des Dreißigjährigen Kriegs verkündet; dieser Krieg bedeutete das Ende der Hanse). Weiter nach Minden (Rundfahrt auf der Weser zur Porta Westfalica, Übernachtung).

5. Tag: Von Minden bis Paderborn: Minden (Stadtwanderung auf den Spuren der Hanse; eine am 7. Oktober 1295 vom Rat ausgestellte Urkunde ist der früheste Beleg der Mitgliedschaft der Stadt in der Hanse) - Lemgo (Rundgang in der Stadt, die den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstand, Weserrenaissance-Museum im Wasserschloss Brake) - Externsteine bei Horn (die zerklüfteten, 40 Meter hoch aufragenden Felsen sind nicht nur ein eindrucksvolles Naturdenkmal, sondern zeigen auch viele Spuren menschlicher Eingriffe, z.B. mittelalterliche Reliefs, die bis heute viele Diskussionen aufrufen) - Übernachtung in der alten Hanse- und Bischofsstadt Paderborn.

6. Tag: Von Paderborn nach Soest: Paderborn ist eine überaus sehenswerte Stadt, die noch viele Spuren aus ihrer 1200jährige Geschichte bewahrt hat (Rundgang, Museum in der Kaiserpfalz). Mit Soest besuchen wir unsere letzte westfälische Hansestadt (Rundgang, Burghofmuseum mit interessanten Exponaten zur Geschichte der Hanse und ihren kulturellen Wirkungen, Übernachtung).

7. Tag: Nach Hause: Rückfahrt nach Karlsruhe und Stuttgart.

Leistungen:

Preis:

€ 1395,- pro Person im Doppelzimmer
€ 1540,- pro Person im Einzelzimmer

Außer beim Frühstück sowie beim Abendessen in Frenswegen (hier Mineralwasser inklusive) sind Getränke zu den Mahlzeiten nicht im Reisepreis enthalten.

Reisepapiere für deutsche Staatsangehörige:

gültiger Personalausweis oder Reisepass

Zu Mindestteilnehmerzahl, Absagefrist und Gruppengröße siehe unsere Allgemeinen Hinweise.

Beachten Sie bitte auch unsere Reisebedingungen.