Die Sanierung eines Denkmals

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Die Sanierung eines Denkmals

Blick auf freigelegtes Fachwerk

während des Umbaus

Die Sanierung der Gebäude war kein leichtes Unterfangen. Allein die Kosten wären ohne die Beteiligung des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart e.V. und ohne Zuschüsse aus Sanierungsmitteln, Gelder der Denkmalstiftung sowie private Spenden nicht tragbar gewesen. Die 300 Jahre alten Häuser zu modernen Büro-, Veranstaltungs- und Bibliotheksräumen umzubauen, verhieß Überraschungen. Dabei galt es auch, zwei Gebäude mit unterschiedlichen Raumhöhen zusammenzuführen. Nur durch besondere Einfälle der Architekten und Nutzer konnte die Instandsetzung letztlich ein Erfolg werden.

Am Anfang stand eine Bestandsaufnahme, denn zunächst musste die Sanierungsfähigkeit festgestellt werden. Sodann wurde ein Raumprogramm entworfen, das die Nutzungsanforderungen des Heimatbundes berücksichtigte. Dies waren mehrere Büroräume, ein größerer Sitzungs- und Vortragsraum, eine Bibliothek, Küche und sanitäre Räumlichkeiten, Lager- und Abstellräume sowie ausreichend Platz für den Besucherverkehr. Von Beginn an wurden ökologische Gesichtspunkte mit in die Planung einbezogen, wie etwa die Nutzung des Regenwassers oder eine Wärmerückgewinnung. Die Wärmedämmung geschieht teilweise durch Schilfrohrmatten.

Blick auf Fachwerk-Füllungen

unterschiedliche Fachwerk-Füllungen blieben sichtbar

Ein großer Stab von Fachleuten wurde zu Rate gezogen: Architekten und Tragwerksplaner, Fachingenieure, Bauphysiker, Restauratoren, Historiker sowie ein Büro zur Erstellung eines verformungsgerechten Aufmaßes. Insbesondere statische Probleme provozierten eine hohe Denkleistung.

Das vorrangige Ziel war die denkmalgerechte Sanierung, d.h. es sollte soweit wie möglich die historische Substanz erhalten bleiben. Diese Maxime zog sich vom Mauerwerk im Keller über die offene Balkenkonstruktion in den Geschossen, die schrägen Decken bis zum teilweise freigelegten Fachwerk. Zu Besonderheiten wurden historischen Tapetenschichten, die erhalten blieben, oder die Sicherung einer Fachwerkwand mit unterschiedlichen Füllungen.

Denkmalgerechtigkeit schließt modernste Technik jedoch nicht aus: etwa bei Beleuchtung und Küche. Metallene Installationen bei Treppen und Raumteilern gehen durchaus eine Symbiose mit Eichengebälk und Putzflächen ein. Dabei bleiben die Qualitäten der historischen Substanz stets im Vordergrund. Sie prägen das Gebäude innen wie außen.

Heute dürfen wir nicht ohne Stolz sagen, dass es gelungen ist, die Vergangenheit am Leben zu halten und nicht nur sichtbar, sondern auch für die Zukunft nutzbar zu machen. Dieses Gebäude hat daher Symbolcharakter für die Ziele des Schwäbischen Heimatbundes insgesamt. Es ist auch ein gelungenes Beispiel für die Zusammenführung von Altem und Neuem.

Ausführliche Berichte über die Geschichte und Sanierung unserer Geschäftsstelle finden Sie in der Schwäbischen Heimat 1996/1 (Eröffnung) sowie 1992/4 (Geschichte und Planung) sowie in einigen weiteren Heften zwischen 1993 und 1996.

Während unserer Geschäftszeiten steht das Haus allen Besuchern für eine Besichtigung offen.