Die Zukunft der Heuneburg ist gesichert
Die Überreste des einzigartigen, vor 2.600 Jahren errichteten Stadttores der Heuneburg bei Hundersingen (Gemeinde Herbertingen) im Kreis Sigmaringen werden vor dem weiteren Verfall gerettet. Damit zeitigt die 2009 gefasste Resolution des Heimatbundes und die intensive fachliche und politische Arbeit des Vereins einen wichtigen Erfolg. Auch der geforderte archäologische Park auf der Heuneburg ist kein Traum mehr.
Auf seiner Denkmalreise am 9. September 2011 besuchte Ingo Rust, der Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, auch die Heuneburg. Dabei sagte er eine Summe von 250.000 Euro für die Überdachung des Stadttores der Heuneburg zu, mit dem diese außergewöhnliche archäologische Kostbarkeit vor dem weiteren Verfall gerettet werden kann. Das Land will außerdem die dazu flankierend notwendigen Maßnahmen ergreifen. Die Planungen sind in Vorbereitung, mit dem Bau soll nach Aussage von Staatssekretär Rust im Frühjahr begonnen werden.

Die Heuneburg bei Hundersingen an der Donau. Auf der Hochfläche hat man ein Eckstück der Lehmziegelmauer des ehemaligen Fürstensitzes rekonstruiert. Darüber die Domäne Talhof, die nach Meinung des Schwäbischen Heimatbunds das Keltenmuseum aufnehmen soll (Foto: Grohe/SHB).
Die Mitglieder des Schwäbischen Heimatbundes hatten sich bereits 2009 in einer Resolution für die dringend notwendige Sicherung des Stadttores ausgesprochen. Seitdem wurde das Anliegen von Vorstand und Vereinsmitgliedern des Heimatbunds in Politik und Fachverwaltung nachdrücklich und entschieden zur Sprache gebracht. Damit hat der Verein gemeinsam mit weiteren Akteuren in zahlreichen Gesprächen wichtige Aspekte zur Diskussion und Meinungsbildung beigetragen, die nun zum Erfolg geführt haben.
Das geplante Schutzhaus wird es auch ermöglichen, das im Jahr 2005 entdeckte Steintor der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es soll langfristig Teil einer deutlich größeren Präsentation der Funde und Rekonstruktionen aus der Keltenzeit sein. Damit rückt auch der vom Heimatbund geforderte Archäologiepark auf der Heuneburg mittelfristig in den Blick. Die Kosten für die neue Präsentation wollen sich das Land, der Kreis sowie die Gemeinde Hundersingen teilen, hieß es in der Presse.
Damit ist eine Gesamtlösung für eine schwierige Situation in Sicht. Denn die kleine Gemeinde Hundersingen war und ist mit dem Betrieb von gleich zwei Museen im Ort bereits heute überlastet. Neben dem Freilichtmuseum auf der Heuneburg existiert in der denkmalgeschützten Zehntscheuer des ehemaligen Klosters Heiligkreuztal das 1985 eingerichtete Heuneburgmuseum. Wegen der getrennten Lage der beiden Museen ist ein doppelter Personalaufwand nötig. Mit der Zusammenfassung der Funde direkt auf dem Gelände der Heuneburg würde langfristig ein überaus attraktives Informationsangebot geschaffen, das der Bedeutung des einzigartigen keltischen Fürstensitzes gerecht wird.
Der Schwäbische Heimatbund wird sich auch weiterhin der Sache annehmen und nachhaltig für die Realisierung des angekündigten Baues sowie der einheitlichen Präsentation eintreten.
Im Internet ist unter www.stiftung-landesarchaeologie.de/projekte.html ein Film über die Rekonstruktion der Toranlage zu finden; außerdem eine 3-D-Animation über die Grabung auf der Heuneburg unter http://www.youtube.com/watch?v=VR3BRAkuYAI.
