Träger des Denkmalschutzpreises 1986

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Träger des Denkmalschutzpreises 1986

Drei Gebäude und ihre Besitzer erhielten den Peter-Haag-Preis 1986 des Schwäbischen Heimatbundes. Die Spanne der Gebäude reicht von der spätmittelaterlichen Mühle bis zur Fabrik.

Die Preisträger 1986

Alte Mühle Kirchentellinsfurt, Mühleweg 32 (16. Jh)

Ein gemauertes Haus mit hohem Giebel

Die Kirchentellinsfurter Mühle nach der Renovierung (Aufnahme 2005)

Karin und Dieter Luz für die Sanierung und den denkmalgerechten Ausbau der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Mühle in Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen).

Die Mühle in Kirchentellinsfurt gehört zu den ältesten im Regierungsbezirk Tübingen. Schon im späten 13. Jahrhundert wird sie erwähnt. Der noch erhaltene massive Steinbau gehört wahrscheinlich dem 16. Jahrhundert an, der Radkasten mit dem großen gusseisernen Wasserrad stammt von 1904.

Nachdem die Mühle schon einige Zeit nicht mehr als Getreidemühle gedient hatte, wurde sie von den Eheleuten Dieter und Karin Luz 1982 erworben. Es gelang Dieter Luz, der den Ausbau auch als Architekt betreute, das Gebäude bewohnbar zu machen, ohne dass das äußere Erscheinungsbild erheblich verändert oder die innere Struktur vernichtet wurde. Dabei wurde eine vorbildliche Lösung für die schwierige Aufgabe einer schonenden Umnutzung dieses Bautyps gefunden.

Turmhügelburg Roden Abtsgmünd-Leinroden, Turmberg (12. Jhd.)

Gertrud, Bernhard, Konrad und Ulrich Theiss für die Instandhaltung und den zurückhaltenden Ausbau der Romanischen Turmburg in Leinroden, Gemeinde Abtsgmünd (Ostalbkreis).

Die Turmhügelburg Roden besteht heute nur noch aus einem hohen Turm, dessen Buckelquadermauerwerk auf eine Entstehung im 12. Jahrhundert schließen lässt. Nach mehrfachem Eigentümerwechsel kam der Turm an die Geschwister Theiss, die eine umfangreiche Instandsetzung durchfuhren ließen, um den Turm als Feriendomizil nutzen zu können.

Soweit irgend möglich, wurden die zahlreichen Bauschäden in alter handwerklicher Art und mit historischem Material beseitigt, neue Bausubstanz wurde nur im unumgänglichen Maß eingebracht. Von besonderer Bedeutung ist es, dass die Eigentümer auf den heute üblichen Komfort wie fließendes Wasser, elektrischen Strom usw. verzichtet haben: Sie haben damit gemeinsam mit ihrem Architekten Helmut Burkhardt - in beispielhafter Weise dem Turm schwere Eingriffe erspart und damit sein altes, historisch gewachsenes inneres und äußeres Erscheinungsbild erhalten.

Ehemalige Schuhfabrik Weil der Stadt, Pfarrgasse 8 (1897)

kleines Fabrikgebäude in rotem Backstein mitten in der Altstadt

Die gründerzeitlich in rotem Backstein gestaltete Schuhfabrik heute (Aufnahme 2005)

Clemens Richarz und Theo Seiler für die Erhaltung und beispielhafte Umnutzung eines Fabrikgebäudes aus dem späten 19. Jahrhundert im Stadtkern von Weil der Stadt (Kreis Böblingen).

Die Alte Fabrik wurde 1897 in nächster Nähe zur St. Peter- und Pauls-Kirche als Schuhfabrik errichtet. Durch fehlende Nutzung und mangelnde Bauunterhaltung war das Gebäude vom Abbruch bedroht, bis es von den Architekten Richarz und Seiler erworben wurde.

Bei der behutsam durchgeführten Instandsetzung blieb das Gebäude an den öffentlich einsehbaren Seiten äußerlich unverändert. Durch angemessene Nutzungen und entsprechend gestaltete notwendige Zutaten konnte auch im Inneren der Grundcharakter des Fabrikbaues erhalten werden. Aus der Verbindung von konsequent moderner Gestaltung mit der vorgegebenen formalen Substanz entstand eine eindrucksvolle neue Einheit, die für ähnliche Bauaufgaben beispielhaft ist.

(Texte: Urkunden, Fotos: Bernd Langner)

Hinweise

In Heft 1 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern