Träger des Denkmalschutzpreises 1983

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Träger des Denkmalschutzpreises 1983

Fünf Gebäude und ihre Besitzer erhielten den Peter-Haag-Preis 1983 des Schwäbischen Heimatbundes. Die Spanne der Gebäude umfasst Handwerker- und Bürgerhäuser.

Die Preisträger 1983

Talhaus Horb/Neckar, Altheimer Str. 52 (16. Jh.)

ein sechgeschossiges Fachwerkhaus auf Steinsockel

Die Schauseite des Talhauses nach der Renovierung (Aufnahme 2005)

Schon im späten 15. Jahrhundert wird das eindrucksvolle "Talhaus" in Horb erwähnt, doch dürfte das Gebäude in seiner heutigen Form aus dem 16. Jahrhundert stammen. Von seiner Funktion als Scheuer zeugen die mächtigen hölzernen Stützen im Innern, welche die Lasten in den einzelnen Stockwerken zu tragen hatten. In den 70er Jahren war das Haus dem Zusammenfallen nahe, doch gelang es dem von Horber Bürgern getragenen "Talhaus-Förderverein", das Interesse der Öffentlichkeit für die Erhaltung des Gebäudes zu wecken.

1979 erwarben es die jetzigen Besitzer, Nina und Guido Michielin, und sanierten es mit ihrem Architekten Albrecht Laubis von Grund auf. Dabei gelang es ihnen, trotz des schlechten Bauzustandes die alte Bausubstanz im wesentlichen zu erhalten. Das Talhaus wurde nicht nur bewohnbar gemacht, sondern dient gelegentlich im Erdgeschoss auch als Treffpunkt bei kulturellen Veranstaltungen.

Ackerbürgerhaus Obersulm-Sülzbach, Eberstädter Straße 11 (17. Jh.)

Straßenansicht des Fachwerkhauses

Unterländer Fachwerkhaus in Sülzbach mit schönen Schnitzereien an den Eckpfosten des Erkers

Zu den drei prächtigen, vermutlich vom Kloster Schöntal errichteten Fachwerkhäusern in Sülzbach gehört auch das Gebäude Eberstädter Straße 11, das einen riesigen gewölbten Weinkeller aufweist. Erbaut wurde es im Jahr 1684. Das frühe 18. Jahrhundert fügte das "Türmle", einen durch seine vier geschnitzten Eckbalken ausgezeichneten Anbau, hinzu. Schon vor Jahrzehnten war eine Instandsetzung des Gebäudes dringlich geworden. Unsachgemäße Eingriffe - wie die Entfernung von Fachwerkteilen im Erdgeschoss und im Südgiebel in den 60er Jahren - drohten weitere Verluste der Denkmalqualität nach sich zu ziehen.

Der Erwerb durch den jetzigen Besitzer brachte 1979 die Wende. Zug um Zug konnte das Haus außen und auch mit wesentlichen Teilen des Innern instand gesetzt werden und seine einstige Schönheit wiedergewinnen. Mit diesem Beispiel ist ein Signal für weitere denkmalpflegerische Maßnahmen in der Umgebung und im Ort gesetzt worden.

Handwerkerhaus Esslingen, Im Heppächer 13 (15. Jh.)

Gesamtansicht

Gesamtansicht des Doppelhauses in der Esslinger Altstadt

Das Haus Im Heppächer 13 steht im Handwerker- und Weinbauernviertel der Esslinger Altstadt. Erbaut wurde es als alemannisches Fachwerkhaus wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Dass dieses Haus als ein unter dem First geteiltes Doppelhaus errichtet wurde, verleiht ihm ein besonderes historisches Interesse, aber mit der geringen Breite und großen Tiefe auch einen im Vergleich zu heutigen Wohnvorstellungen unüblichen Grundriss.

Die Besitzer - Sylvia und Prof. Dr. Martin Greiffenhagen mit ihrem Architekten Michael Karst - haben dennoch die innere Struktur des Gebäudes bewahrt und nicht nur die äußere Hülle, sondern auch viele aus der langen Lebenszeit des Bauwerks stammende Baudetails wie die Treppen, Fußböden und Türen erhalten. Altersbedingte Veränderungen wie die schräge Decke im Erdgeschoss und überhängende Wände wurden belassen, Neues mit viel Feingefühl eingefügt.

Die ebenfalls im Laufe der Jahrhunderte veränderte Fachwerkfassade wurde nicht freigelegt, sondern wieder verputzt. In diesem schonenden Umgang mit dem alten Haus kommt eine beispielhafte und zukunftsweisende Einstellung zum Ausdruck, die nicht auf eine durchgreifende Erneuerung oder phantasievolle Rekonstruktion, sondern auf schonende Reparatur zielt.

(Texte: Urkunden; Bilder: Bernd Langner, privat)

Hinweise

In Heft 1 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern