Träger des Denkmalschutzpreises 1981

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Träger des Denkmalschutzpreises 1981

Fünf Gebäude und ihre Besitzer erhielten den Peter-Haag-Preis 1981 des Schwäbischen Heimatbundes. Die Spanne der Gebäude umfasst Handwerker- und Bürgerhäuser.

Die Preisträger 1981

Ackerbürgerhaus Isny/Allgäu, Rossmarkt 9 (16. Jh.)

Außenansicht des verputzten Gebäudes

Das Haus in Isny wurde gründlich aber behutsam erneuert

Das Haus Roßmarkt 9 in Isny gehört zu den wenigen Häusern, die den Stadtbrand von 1631 überstanden haben, und damit zu den ältesten Häusern der ehemals freien Reichsstadt. 1973 wurde sein Zustand als desolat bezeichnet. Gisela und Eberhard Rothermel haben das Haus erworben und so gründlich wie behutsam erneuert.

Mit der Wiederherstellung dieses Hauses wurde - zummal in so unmittelbarer Nachbarschaft zur Fußgängerzone Espantorstraße - ein hervorragendes und bereits wirksames Beispiel für Stadterneuerung gegeben. Darüber hinaus wurden im Inneren zum Teil bekannte, zum Teil vergessene, zum Teil erst bei den Wiederherstellungsarbeiten an den Tag gekommene Bauteile wie Holzdecken und Wandmalereien gerettet und gesichert, die den historischen Rang dieses Baudenkmals mitbestimmen. Durch die Nutzbarmachung für Arztpraxis und Wohnung blieb dem geschichtsreichen Hause eine nur museale Bewahrung und Nutzung erspart.

Wohnhaus Balingen-Weilstetten, Espachstraße 85

Fachwerkhaus mit Zierfachwerk-Elementen

Das Fachwerk zeigt spätgotische Übergangsformen.

Das von Brigitte und Arthur L. Thomas vor dem Abbruch bewahrte und wiederhergestellte Haus Espachstraße 85 in Weilstetten (Stadt Balingen), auch Bühlburg genannt. Es handelt sich um den Rest einer ehemaligen Hofanlage. Charakteristisch sind die Übergangsformen des Fachwerks (vgl. die beiden Giebelseiten!) und das Krüppelwalmdach.

Nach der sorgfältigen Erneuerung ist das laut Inschrift über dem Eingang im Jahr 1509 errichtete Haus Wahrzeichen und herausforderndes Beispiel für die gesamte Ortschaft.


Schloss Kalteneck Holzgerlingen

Außenansicht mit Brücker über den Graben

Burg Kalteneck von der Hofseite

Die Burg Kalteneck in Holzgerlingen ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel einer Wasserburg, wie es hierzulande nicht allzu oft anzutreffen ist. Seit Jahrhunderten litt sie unter häufigem Wechsel der meist nur auf Nutzung des Gebäudes, kaum aber auf dessen Erhaltung bedachten Eigentümer.

Ilse-Jean und Ernst Burckhardt haben Burg Kalteneck 1975 erworben und Zug um Zug - ausräumend und erneuernd - in eine Fassung gebracht, die dem ursprünglichen Zustand weitgehend nahe kommt. Jetzt spiegeln sich wieder die massigen Mauem mit den charakteristischen Strebepfeilern im Burggraben, der zusammen mit der gesamten Anlage in die wiederherstellende Erneuerung einbezogen worden ist. So konnte der Gemeinde Holzgerlingen durch bürgerschaftliches Engagement ein Denkmal ihrer Geschichte zurückgegeben und bewahrt werden.

Auch Hofseite und Garten lassen Einfühlung in das Charakteristische des überlieferten und Sorgfalt bei der Erneuerung erkennen; das Fachwerk wurde nur zum Teil freigelegt und bildet nun einen reizvollen Gegensatz zu den verputzten Wänden. Der Brückenzugang - früher war die Burg durch eine Zugbrücke gesichert - musste völlig erneuert werden; man verzichtete dabei auf nostalgische Nachempfindung und wählte eine schlichte handwerkliche Gestaltung.

(Texte: Urkunden; Bilder: Rothermel, Morlok, Schneider, Stampe, Langner, privat)

Hinweise

In Heft 1 eines jeden Jahrgangs berichten wir in der Schwäbischen Heimat ausführlich über die aktuelle Preisverleihung und die Preisträger. Sonderdrucke können Sie kostenlos bei der Geschäftsstelle bestellen.

Die Preisträger werden im Spätsommer eines jeden Jahres bekanntgegeben. Die Preisverleihung findet üblicherweise im Herbst in der Stadt oder Gemeinde eines der Preisträger statt.

Hier finden Sie Informationen über die Ausschreibung und Bewerbungskriterien sowie Hinweise zu den am Preis beteiligten Partnern