Verleihung des Denkmalschutzpreises 2003 im Tübinger Museum

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Verleihung des Denkmalschutzpreises 2003 im Tübinger Museum

Am 19. November 2003 wurde in Tübingen der diesjährige Denkmalschutzpreis der Württemberger Hypo, des Schwäbischen Heimatbundes, des Landesvereins Badische Heimat und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg verliehen.

Unterhaltsame Preisverleihung im historischen Kinosaal

Der Ort der Veranstaltung ist selbst ein Denkmal von besonderer Bedeutung: Das Gebäude der Tübinger Museumsgesellschaft ist eines der letzten in Baden-Württemberg erhaltenen Häuser einer der Museums- und Harmoniegesellschaften des 19. Jahrhunderts und wird als einziges auch heute noch funktionsgerecht genutzt.

So bot der große Kinosaal den mehr als 370 Gästen bequem Platz und optimale Bedingungen für eine gelungene Präsentation außerordentlichen Engagements zu Gunsten historischer Baudenkmale. Wo sonst Hollywoodgrößen über die Leinwand flimmern, führte SWR-Moderatorin Heike Lüttich charmant und kenntnisreich durch die Veranstaltung. Als Gastgeber begrüßte Dr. Dietmar Hagedorn, Mitglied der Vorstands der Württemberger Hypo, Regierungspräsident Hubert Wicker als Vertreter der Landesregierung, die Tübinger Oberbürgermeisterin Beate Russ-Scherer, die Repräsentanten zahlreicher Behörden und der Mitauslober und vor allem die Preisträgerinnen und Preisträger, die mit ihren Familien und ihren Architekten und Restauratoren nach Tübingen gekommen waren.

Im Namen der Württemberg Hypo bekannte sich Dr. Hagedorn ausdrücklich zur Verantwortung einer international erfolgreichen Hypothekenbank für die gebaute Kultur ihrer Herkunftsregion: Eine Immobilienbank wie die Württemberger Hypo, die seit 135 Jahren mit der Geschichte Südwestdeutschlands verbunden ist und selbst ein Stück Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte geschrieben hat, weiß sehr wohl, wie sehr die urbane Kultur auch von der Qualität des Baugeschehens abhängt. Daraus erwächst für uns die Verpflichtung, aktiv mitzuhelfen, dass der einmalige Fundus unseres Landes an wertvollen Bau- und Kunstdenkmalen erhalten bleibt.

Die Tübinger Oberbürgermeisterin Beate Russ-Scherer verwies in ihrem Grußwort nicht nur auf die Freuden, die die zahlreichen Baudenkmale für die Universitätsstadt bedeuten, sondern auch auf die planerischen und städtebaulichen Herausforderungen, die sich im Umgang mit den alten Häusern ergeben.

Als Hauptredner des Abends war Regierungspräsident Hubert Wicker ins Museum gekommen. Er betonte die gute Position und Qualität der Denkmalpflege im Land: Was den Stand der Denkmalpflege betrifft, der sich darin zeigt, was erhalten werden konnte und in welchem Zustand es sich befindet, muss Baden-Württemberg den bundesweiten Vergleich nicht scheuen: mit 80.000 Bau- und Kunstdenkmälern und 60.000 archäologischen Denkmalen ist der Reichtum unseres Landes einzigartig und faszinierend. ... Diesen für nachfolgende Generationen zu erhalten und damit auch die Identifikation mit unserer Heimat und die Standortqualität zu stärken, ist eine Verpflichtung, die es auch in Zukunft verantwortungsvoll zu erfüllen gilt.

Zur umstrittenen Eingliederung des Landesdenkmalamtes in die Regierungspräsidien sah Hubert Wicker angesichts der schlechten finanziellen Lage keine Alternative. Eine Verschlechterung der Denkmalpflege im Land könne er nicht erkennen: Ich bin der Überzeugung, dass sich für die Denkmalschützer mit der Anbindung an die Regierungspräsidien eine annehmbare Lösung eröffnet. Die Regierungspräsidien sind gewillt, die Schlagkraft der Denkmalschutzverwaltung zu erhalten, und auch die Einheit im Land wird gewährleistet bleiben. Diese Schlagkraft wird auch in Zukunft ganz maßgeblich durch das leistungsbereite und hochqualifizierte Korps der Denkmalpfleger geprägt. (Die Position des Schwäbischen Heimatbundes in diesem Punkt ist ausführlich im "Zur Sache" in der Schwäbischen Heimat 2003/4 dargelegt. Sie finden den Text auch im Standpunkt: Landesdenkmalamt).

In der Hauptsache galt es aber, die engagierten Eigentümer, Architekten und Restauratoren der ausgezeichneten Objekte zu feiern. Das gelang dank der Moderation von Heike Lüttich ausgesprochen unterhaltsam. Die Preisträger Edmund und Rolf Kammerer für das Haus Michael in Immenstaad, Dr. Sabine Tischer und Dr. Dr. Hans Arnd Medert für die Langmühle in Langenau, Bernhard Reichl für die Villa Amann in Bönnigheim, Renate und Ludwig Brüggemann für ihr Gasthaus Krone in Bad Rappenau-Bonfeld sowie Bettina und Helge von Gilsa für das Haus Laub in Tübingen erzählten in zahlreichen Anekdoten von den glücklichen aber auch weniger glücklichen Momenten der zum Teil sehr schwierigen Sanierungsarbeiten. Eine computergestützte Bildpräsentation, erstellt im Auftrag der SHB-Geschäftsstelle, machte die baugeschichtliche Vielfalt und die herausragende konservatorische und architektonische Leistung aller am Bau Beteiligten deutlich.

Mit der Übergabe der von der Württemberger Hypo gestifteten Preisgelder in Höhe von jeweils 5.000 Euro, Urkunden für die Preisträger, Architekten und Restauratoren sowie einer Bronzeplakette zur Anbringung am Gebäude, endete der offizielle Teil der Veranstaltung.

Wohl versorgt durch Speisen und Getränke ließ es sich im Anschluss in den Festsälen der Museumsgesellschaft hervorragend über alte Häuser und ihre Rettung fachsimpeln. Vor allem, weil auch zahlreiche Preisträger vergangener Jahre sowie zahlreiche Experten aus der staatlichen und privaten Denkmalpflege gekommen waren. Einig waren sich alle Beteiligten, dass der Denkmalschutzpreis der Württemberger Hypo 2003 seinem Anspruch als landesweit wichtigste Auszeichnung für private Denkmaleigentümer auch in diesem Jahr vollauf gerecht geworden ist.

(Text: Volker Lehmkuhl)

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