Erstklässler auf den Spuren der historischen Weinbaulandschaft

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Erstklässler auf den Spuren der historischen Weinbaulandschaft

Einen anregenden Projekttag erlebten auch die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1 der Grundschule Schützingen auf der Suche nach Kleindenkmalen im Rahmen des Modellprojektes Denkmalpflege macht Schule. Ihr Thema waren die Zeugen der historischen Weinbaulandschaft, und so machten sie sich mit Klassenlehrerin Daniela Beckmann und Projektleiterin Luise Lüttmann auf den Weg Richtung Endberg.

Kinder hacken im Weinberg

Ganz schön anstrengend ist die Arbeit mit dem Karst.

Im Naturschutzgebiet Schützinger Spiegel entdeckten die Erstklässler noch Mauern, wie sie einst überall in Schützingen die Weinbergshänge prägten. Durch diese trocken, also ohne Mörtel aufgesetzten Stützmauern aus Sandstein wurden ebenere und damit besser zu bewirtschaftende Flächen im Steilhang geschaffen. Als die beschwerliche Handarbeit durch Maschinenarbeit ersetzt wurde, waren die Mauern jedoch hinderlich und mußten weichen.

Die Kinder erfuhren auch, dass Trockenmauern ein ganz besonderer Lebensraum sind. Zaun- und Mauereidechse sowie Schlingnatter, die in den Mauerfugen Unterschlupf finden, bekamen sie bei dem kühlen Regenwetter natürlich nicht zu Gesicht. Aber sie fanden den Felsen-Mauerpfeffer, der in seinen walzenförmigen Blättern Wasser speichert und sich so vor den extremen Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius an der Maueroberfläche schützt - ein wahrer Überlebenskünstler.

In einer der Mauern entdeckten sie ein weiteres Kleindenkmal: einen Wengerterunterstand. Er wurde eifrig vermessen, und natürlich mußte auch ausprobiert werden, ob alle 15 Kinder in den nur 1,60 m hohen, 0,80 m breiten und 1,70 m tiefen Unterstand hineinpassen.

zwei Mädchen mit einer Rätsche, um Vögel zu vertreiben

Vor dem Wengertschützenhäusle wie einst der Wengertschütz: Krach machen mit der Rätsche.

In der Rebfläche nebenan wartete bereits Winzerin Erika Currle mit vielen Werkzeugen. Die beschwerliche Bearbeitung des Bodens mit dem Karst durften die Schülerinnen und Schüler dann in ihrem Weinberg selber ausprobieren. So eine harte Arbeit macht natürlich durstig. Doch auch dafür hatte Frau Currle vorgesorgt und schenkte an alle selbstgemachten Traubensaft aus.

Eine besondere Überraschung erwartete die munteren Kinder an der letzten Station der Kleindenkmalexkursion, dem Wengertschützenhäusle. Hier durften sie in die Rolle des Wengertschütz schlüpfen, der früher in dieser steinernen Unterkunft einige Wochen im Jahr lebte, um die reifenden Trauben zu hüten. Des Wengertschützen vornehmste Aufgabe war es, Krach zu machen, um Vögel und unliebsame zweibeinige Gäste zu vertreiben. Mit den Rätschen von Hans Pfeil und Erika Currle sorgten die Erstklässler für ohrenbetäubenden Lärm und ließen so die Zeit des Wengertschützen wieder aufleben.

(Text und Fotos: Luise Lüttmann)